QUEREINSTIEG: SO GELINGT DER BRANCHEN- UND BERUFSWECHSEL

Wir glauben bei von Rundstedt, dass die Mosaikkarriere das Karrieremodell der Zukunft ist. Nicht immer bleibt es dabei nur beim Sidestep auf dem persönlichen Karriereweg. Manch einer wagt auch einen radikalen Berufswechsel und entscheidet sich somit für einen Quereinstieg. Die Gründe hierfür sind sehr individuell.

Der zunehmende Fachkräftemangel und der demografische Wandel bringen immer mehr Personalentscheider dazu, sich auch branchenfremden Bewerbern zu öffnen. Wir haben schon viele Klienten beim Branchenwechsel begleitet, auch in Bereichen, die auf den ersten Blick kein großes Potential für einen Quereinstieg bieten. Entscheidend für den Erfolg waren in den meisten Fällen der Wille und die Einsatzbereitschaft des Wechselwilligen.

Drei Beispiele für einen gelungenen Quereinstieg

Vom Postbeamten zum Modeberater

Einer  unserer Klienten hat 15 Jahre in seinem gelernten Beruf als Postbeamter gearbeitet, im Anschluss bis 2015 bei einer großen Versicherung. Nach dem Aufhebungsvertrag kam er zu uns in eine Transfergesellschaft. Wir erarbeiteten eine sehr individuelle Bewerbung für seinen Traumberuf als Modeberater. Mit diesen Unterlagen ging er dann persönlich in die Geschäfte und stellte sich vor. Die Mühe hat sich gelohnt: Er konnte eine passende Stelle als Modeberater finden.

Vom Juristen zum Dachdecker

Der Teppich für den zukünftigen Anwalt war quasi schon ausgerollt, denn unser Klient sollte eine gutgehende Kanzlei übernehmen. Nach seinem Staatsexamen war er jedoch sehr unglücklich. Die Juristerei war einfach nicht seins. Im Beratungsgespräch äußerte er, dass er als Jugendlicher immer schon Dachdecker werden wollte. Er war eher ein Mann der Taten statt Paragraphen. Nach einem 3-wöchigen Praktikum unterschrieb er seinen Ausbildungsvertrag. Auf seine Meisterprüfung folgte die Selbständigkeit. Nun ist er ein Handwerker mit juristischem Fachwissen.

Vom Asset-Manager über Real Estate zur Kripo

Einige wagen den beruflichen Umstieg sogar mehrmals im Leben. So auch ein Klient, der erst eine Ausbildung zum Bankkaufmann absolvierte. Danach ist er in ein internationales Immobilienunternehmen gewechselt und dort aufgestiegen. Nach der Auflösung der Niederlassung des Immobilienunternehmens kam bei unserem Brainstorming der alte Berufswunsch zur Sprache: „Ich wollte immer  gerne Polizist werden“. Sein Berater recherchierte und fand für ihn eine Stelle bei der Kripo. Wir haben eine tolle Bewerbung erarbeitet, die den Wechsel gut nachvollziehbar und glaubwürdig erklärte. Mit Erfolg: Er hat die Stelle bei der Abteilung Wirtschaftskriminalität bekommen.

Quereinstieg = Bruch im Lebenslauf = Karriereknick?

Viele fürchten, dass ein Quereinstieg zu einem „Bruch“ im Lebenslauf und somit zu einem Karriereknick führt. An dieser Stelle möchten wir direkt eine lange verbreitete Sichtweise entkräften: Brüche sind per se nichts Schlechtes. Sie gehören vielmehr immer häufiger zu Erwerbsbiografien. Aber selbstverständlich sollten Sie immer die Chancen und Risiken genau abwägen.

Selbst wenn der Branchenwechsel letztlich nicht funktionieren sollte, sind die daraus resultierenden Erfahrungen immer eine Bereicherung.

Grundsätzlich kann man sicher festhalten: je früher der Quereinstieg erfolgt, desto größer sind die Chancen. Aber selbst  wenn der Branchenwechsel letztlich nicht funktionieren sollte, sind die daraus resultierenden Erfahrungen immer eine Bereicherung. Denn bereits die Entscheidung für einen Berufswechsel lässt auf viele positive Eigenschaften und Softskills schließen. Dazu zählen zum Beispiel wichtige Softskills wie hohe Eigenmotivation, Engagement, Flexibilität und Lernbereitschaft.  Diese sind grundsätzlich schwer messbar.  Ein Quereinsteiger stellt diese schon durch sein Handeln unter Beweis. 

Erfolgskriterien für den Quereinstieg

Um von Personalverantwortlichen für den Quereinstieg ernsthaft ins Auge gefasst zu werden, ist es darüber hinaus sehr wichtig, plausible und nachvollziehbare Argumente parat zu haben und diese deutlich in der Bewerbung zu vermitteln. In seinen bisherigen Tätigkeiten hat man immer Softskills und hard facts gesammelt, die für die neue Aufgabe wichtig sind.

Kernfragen sind in diesem Prozess vor allem:

  • Wer bin ich?
  • Was kann ich?
  • Was will ich?

Die Arbeit beginnt also vor der Bewerbung mit einer ausführlichen Selbstreflexion. Denn die Frage nach der Wechselmotivation wird dem Quereinsteiger im Laufe des Bewerbungsprozesses immer wieder begegnen. Um zu überzeugen haben sich Authentizität, gute, nachvollziehbare Argumente gepaart mit Herzblut und Leidenschaft als entscheidende Kriterien erwiesen.

Ein beruflicher Quereinstieg sollte das Resultat sorgfältiger Überlegungen und Reflektion sein. Stellen Sie sich kritische Fragen:

Warum möchte ich beruflich umsatteln?

Was sind die wirklichen Gründe? Will ich nur raus aus meinem momentanen Job oder habe ich eine konkrete Zielvorstellung wohin die Reise gehen soll? Achtung! Wenn der Antreiber vor allem ein „weg von“ ist. Das kann möglicherweise nicht genug Kraft für den langen Weg geben, der vor Ihnen liegt.

Was ist mein Ziel?

Werden Sie sich über Ihre Zielvorstellung klar. Geht es um DEN EINEN Traumjob oder darum, bestimmte Stärken und Talente mehr einsetzen zu können? Was reizt Sie daran?

Wie realistisch ist mein Bild von dem erstrebten Beruf?

Setzen Sie sich ausführlich mit dem Berufsbild auseinander, zum Beispiel durch Gespräche mit Menschen aus der Branche, Recherchen bei Berufsverbänden, Probearbeit etc.

Was brauche ich?

Wo und wie können Sie besondere Kenntnisse erwerben, wenn Ihr Wunschberuf diese erfordert? Durch was können Sie fehlendes Fachwissen kompensieren? Wie werden Sie mögliche finanzielle Durststrecken oder Bildungskosten meistern?

Was bringe ich für den zukünftigen Job bereits mit?

Habe ich besondere Begabungen, Fähigkeiten und Kenntnisse? Vielleich sind einige Ihrer bisherigen Erfahrungen für Ihren zukünftigen Arbeitgeber besonders nützlich und eine Bereicherung. Machen Sie eine Selbst- und Fremdbild-Analyse.

Wer kann mir helfen?

Holen Sie sich Rat und Unterstützung, um das Risiko eines Scheiterns zu minimieren. Nutzen Sie die Agentur für Arbeit, Berufsverbände und jede Hilfe, die Sie bekommen können. Sprechen Sie Ihr Vorhaben in Ihrem Kontaktnetz offen und klar an. Wenden Sie ich an einen seriösen Karriereberater.

Die richtige Weiterbildung für den Quereinstieg

Klienten fragen immer wieder, welche Weiterbildungen für einen Quereinstieg förderlich sind. Das lässt sich nicht verallgemeinern. Ausgangspunkt sollten immer die ehemaligen Aufgaben, Verantwortungen, Erfolge sowie das neue Aufgabengebiet sein. Versuchen Sie dann Verbindungen zum gewünschten Berufsfeld aufzuzeigen. Danach zeigt sich schnelle, welche Weiterbildung nötig ist. Ob berufsbegleitend, als Praktikum oder Ehrenamt, es gilt, den individuell passenden Weg zu finden.

Hürden auf dem Weg zum Quereinstieg

Auf den ersten Blick sind Quereinstiege immer mit Hürden verbunden. Wie groß diese sind hängt von der Perspektive des Betrachters ab. Anfänglich groß erscheinende Hürden, werden mit der richtigen Vorbereitung deutlich kleiner, manche verschwinden ganz. Was der einzelne als Hürde betrachtet, hängt auch stark von der persönlichen Definition des Begriffs Karriere ab: Karriere kann mehr Geld, eine höhere Position oder die Erfüllung eines beruflichen Traums sein. 

Das Entscheidende ist an sich zu glauben, sich treu zu bleiben und sich seiner Werte bewusst sein. Dann lassen sich erfahrungsgemäß auch anfängliche Hürden aus dem Weg räumen.

[Bildnachweis: © pressmaster/fotolia.com]

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