Berufliche Neuorientierung: Fünf Tipps zum Umgang mit schwierigen Emotionen

Gastbeitrag von Irene Bogus.

Kennen Sie diese Situation? Sie entdecken im Posteingang eine E-Mail des Unternehmens, bei dem Sie sich vor geraumer Zeit beworben haben. Eine Sekunde lang beginnen Sie sich zu freuen, bis Sie folgenden Satz lesen: Sehr geehrte/r … wir bedauern … Was dann oftmals folgt, ist vielen von Ihnen vermutlich ebenfalls bekannt. Emotionen, von Frust über Selbstzweifel bis hin zu (Existenz)Ängsten, beherrschen plötzlich die Gedanken und können zu endgültigen Annahmen führen wie: „Ich finde nie wieder einen Job“. Wie gehen Sie mit solch negativen Gefühlen um? Ist es überhaupt möglich, diese Emotionen bewusst zu steuern oder zu verändern? Die Antwort lautet ja. Der bewusste Umgang mit diesen Situationen ist für Ihren Prozess der beruflichen Neuorientierung sogar erfolgsrelevant.

Bevor Sie also eine emotionale Abwärtsspirale in Gang setzen, die immer mehr zur Gedankenautobahn wird und den Blick auf Ihre Situation und Ihre Handlungsmöglichkeiten zusehends verengt, stellen Sie sich die Frage: „Wie kann ich für eine positive Stimmung sorgen, obwohl meine berufliche Neuorientierung mit emotionalen Höhen und Tiefen verbunden ist? Denn nur mit einer positiven Grundeinstellung lässt sich Ihr künftiges berufliches Ziel selbstbestimmt, proaktiv und erfolgreich erreichen.

Fünf Tipps: So bewahren Sie eine positive Grundeinstellung

1. Fokussieren Sie sich auf Ihr Ziel!

Natürlich dürfen Sie sich nach einem Rückschlag ärgern. Aber Sie bestimmen, was Sie wie oft und wie lange denken. Ihr Gehirn unterscheidet nicht, ob ein Gedanke eine förderliche oder hinderliche Wirkung auf Sie oder Ihre Zielerreichung hat. Es richtet sich kritiklos danach, worauf Sie Ihre Aufmerksamkeit fokussieren und sorgt anschließend für entsprechende Emotionen und Handlungsimpulse. Entwickeln Sie also ein Gespür dafür, wann ein negativer Gedanke zum nächsten führt und visualisieren Sie in solchen Situationen rechtzeitig ein gedankliches Stoppschild. Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit bewusst wieder auf Ihr Ziel.

2. Gestalten Sie Ihr Ziel attraktiv!

Nehmen Sie sich Zeit, möglichst viele bildhafte Vorstellungen mit Ihrem Ziel zu verbinden, die Sie in eine positive Stimmung versetzen. Denken Sie beispielsweise daran, wie gut Sie sich fühlen werden, wenn Ihr Gegenüber Sie nach der Vertragsunterzeichnung anlächelt und sagt: „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Ihnen!“.

Vergegenwärtigen Sie sich Aspekte Ihres Ziels,

  • die von persönlicher Bedeutung für Sie sind,
  • die Sie in Ihrer neuen Tätigkeit umsetzen wollen
  • und wozu bisher vielleicht keine Gelegenheit war. Versehen Sie auch diese Aspekte gedanklich mit einem positiven Bild und schreiben Sie sich diese auf.

3. Glauben Sie an sich und Ihre Kompetenz!

Selbst wenn es Ihnen im Moment einer Absage schwierig erscheint, führen Sie sich immer wieder Ihre bisherigen Erfolge vor Augen. Sie liegen in Form Ihrer erarbeiteten Unterlagen vor Ihnen. Führen Sie einen konkreten inneren Dialog darüber, wo Sie hin wollen und was Sie können. Vermeiden Sie dabei Formulierungen, wovon Sie weg wollen, oder was Sie nicht mehr tun wollen.

Denken Sie auch an Situationen aus anderen Lebensbereichen, in denen Sie Ihrer eigenen Kompetenz völlig vertrauen konnten und die emotional positiv besetzt sind.

4. Suchen Sie sich soziale Unterstützung!

Es ist wichtig Ermutigungsgespräche zu führen, aber geben Sie sich auch die Möglichkeit, über Frust und Zweifel zu sprechen. Entscheidend ist, dass im Laufe eines solchen Gesprächs die Wende wieder hin zu aktiven Gestaltungsoptionen in Bezug auf Ihre Zielsetzung stattfindet, auf die Sie Ihre Wahrnehmung richten können. Suchen Sie sich in der Zeit Ihrer Neuorientierung Gesprächspartner, bei denen Sie mit einer positiven Stimmungslage aus dem Gespräch gehen, die Ihnen Mut machen und an Sie glauben.

5. Stärken Sie Ihren persönlichen Energielevel!

Berufliche Neuorientierung ist ein Prozess der Mehrdeutigkeit und Vielschichtigkeit. Dauer und reales Ergebnis sind oft längere Zeit nicht klar erkennbar und es gibt  Rückschläge. Diese Umstände bergen ein gewisses Stresspotenzial. Damit Sie nach einer Absage wieder zu einer guten Selbstmotivation finden, um die nächsten Schritte anzugehen, ist es wichtig, Ihren Energielevel auf hohem Niveau zu halten. Bauen Sie daher in Ihren Alltag gezielt Zeiträume ein, in denen Sie gut für sich selbst sorgen. Mit welchen Tätigkeiten und Inhalten Sie diese Zeiträume füllen, bleibt ganz Ihnen überlassen. Entscheidend ist, dass Sie gedanklich Ihre Neuorientierung „loslassen“ können und sich Ihre „Auszeit“ steigernd auf Ihr persönliches Wohlbefinden auswirkt.

Mein Fazit

Sowohl positive als auch schwierige Gefühlslagen haben immer ihre Berechtigung. Sie geben uns Hinweise, wie wir eine Situation bewerten und sorgen für entsprechende Handlungsimpulse. Jedoch erhöhen bewusste Strategien, mit schwierigen Stimmungslagen gezielt umzugehen und diese nicht einfach zu ertragen, letztlich Ihre Erfolgschancen. Diesbezügliche Fähigkeiten zu entwickeln, lohnt sich zudem für jegliche Art von künftigen beruflichen und privaten Veränderungsprozessen. Sie reichen weit über Ihren aktuellen Prozess der Neuorientierung hinaus.

Viel Erfolg in der Umsetzung.

[Bildnachweis: © istock.com/shapecharge]

Irene Bogus

Irene Bogus hat ihre berufliche Neuorientierung aus eigenem Antrieb gestartet. Nach ihrer ersten Karriere im Gesundheitswesen hat sie sich für ein Wirtschaftspsychologie-Studium und somit auch einen Job- und Branchenwechsel entschieden. Währenddessen arbeitete sie als Werkstudentin bei von Rundstedt. Irene Bogus hat ihr Studium der Wirtschaftspsychologie erfolgreich angeschlossen und war im Jahr 2016 Klientin bei von Rundstedt. Daher sind ihr unterschiedliche Perspektiven auf das Thema der beruflichen Neuorientierung vertraut. Diese Erfahrungen möchte sie gerne teilen.

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