So überzeugen Bewerber über 50 im Vorstellungsgespräch

von Kirsten Kock

Bewerber über 50 haben es nicht leicht auf dem Arbeitsmarkt und werden im Bewerbungsgespräch aufgrund ihres Alters häufig mit Vorurteilen konfrontiert. Mit diesen Tipps bleiben Sie souverän und überzeugen auch jüngere Gesprächspartner von Ihren Qualitäten.

Wenn Bewerber über 50 eine Einladung zum Vorstellungsgespräch erhalten, ist die erste Hürde im Bewerbungsprozess erfolgreich gemeistert. Ihre Unterlagen waren überzeugend, man kann sich grundsätzlich eine Zusammenarbeit vorstellen, die geforderten Kompetenzen sind erfüllt.  Jetzt gilt es, persönlich zu überzeugen und darzustellen, dass das Geschriebene auch den Tatsachen entspricht. Wie dies gelingt, verrate ich Ihnen in meinem Beitrag.

Um zu überzeugen, kommt es vor allem auf eins an:

Vorbereitung – Vorbereitung – Vorbereitung

Bei Bewerbern über 50 ist die Sorge keinen Job mehr zu finden deutlich größer als bei jüngeren Jobsuchenden. Dies kann sich auf die innere Einstellung auswirken und ist so manchem Bewerber regelrecht anzusehen.

Daraus resultiert dann auch die Tendenz, sich indirekt für sein Alter zu entschuldigen:

  • „In meinem Alter..."
  • „Ich blicke auf 30 Jahre Berufserfahrung zurück.“
  • „Ich bin 57 Jahre jung.“ 

Indem sie so ihr Alter in den Fokus gestellt haben, ist der gedankliche Sprung zu den häufigsten Vorurteilen, denen ältere Bewerber begegnen, nicht weit. Doch was genau sind diese Vorurteile und wie geht der Bewerber am besten damit um?

Begegnen Sie Vorurteilen souverän!

Nicht selten herrschen auf Arbeitgeberseite Bedenken gegen die Einstellung von Bewerbern über 50.  Durch das Wissen darum und eine gute Vorbereitung lassen sich Vorurteile unter Zuhilfenahme konkreter Beispiele oft leicht entkräften.

Ältere Bewerber sind nicht mehr auf dem aktuellen Stand der Technik

Dies kann durch Hinweise auf die Netzwerke, in denen man sich bewegt, wie Xing, Linkedin, Twitter, oder durch die Erwähnung einer kürzlich besuchten Fortbildung entkräftet werden.

Ü50 haben Probleme mit jungen Kollegen und Chefs

Hier bietet es sich an, einige Beispiele für Situationen anzuführen, in denen Sie Teamfähigkeit, Wertschätzung und Respekt gezeigt haben.

Die Älteren sind zu teuer und überqualifiziert

Aufgrund Ihrer Erfahrung haben Sie eine kürzere Einarbeitungszeit.

Dem älteren Bewerber kann es passieren, dass er einem deutlich jüngeren Gesprächspartner im Interview gegenübersitzt.  In dieser Situation hilft es, sich bewusstzumachen, dass es nicht darum geht, wer mehr Lebenserfahrung mitbringt.

Versuchen Sie es als älterer Bewerber zu vermeiden, in Konkurrenz zu gehen oder als etwas zu „seniorig“ daherzukommen. Zeigen Sie vielmehr Wertschätzung für die Rolle des Anderen und führen Sie das Gespräch auf Augenhöhe.

Stellen Sie Ihre Vorteile als Bewerber über 50 in den Fokus!

Bewerber Ü50 sind gut beraten, sich auf ihre Vorteile zu konzentrieren und diese im Vorstellungsgespräch in den Fokus zu rücken. Im Gegensatz zur jüngeren Konkurrenz bringt der ältere Bewerber nämlich einige der folgenden Vorteile schon mit:

  • Stabile Verhältnisse/Umfeld: Sie stecken nicht mehr in der Rushhour des Lebens, die Kinder sind meist aus dem Gröbsten raus, sie sind auch im Job gefestigt, es sind keine schnellen Wechsel mehr zu erwarten.
  • Sie bringen Kunden bzw. Netzwerke ein, haben fundierte Verfahrens- und Prozesskenntnisse: es gibt wenig Fehler die nicht schon gemacht wurden.
  • Souveränität und Gelassenheit
  • Arbeiten für die Aufgabe und nicht für die Karriere, hohe integrative Bedürfnisse

Erfolgsstory: Mit 60 Jahren in acht Wochen zum neuen Job

Einer unserer 60-jährigen Klienten hat innerhalb von acht Wochen einen neuen Job gefunden. Sein Erfolgsrezept:

Mit einer positiven Einstellung auf die Suche gehen und sich durch intensives Recherchieren und Netzwerken ins Gespräch bringen.

Der Klient war offen, gesprächsbereit, hat sich auf Jobmessen sehen lassen und persönlich informiert – mit Erfolg! 

    Drei Tipps zum Schluss

    1. Machen Sie sich Ihre Stärken bewusst und überzeugen Sie mit Authentizität!
    2. Beweisen Sie Offenheit!
    3. Recherchieren Sie das Gehaltsgefüge und zeigen Sie sich flexibel in Bezug auf das Gehalt!

    [Bildnachweis: © plain picture/fancy images - Klaus Tiedge ]

     

    Über die Autorin
     

    Kirsten Kock

    Kirsten Kock ist Managing Consultant Operations bei von Rundstedt am Standort Berlin. In dieser Rolle leitet sie das regionale Berater-Team und verantwortet vor Ort die Qualität und Weiterentwicklung der Outplacement- und Karriereberatung.

    E-Mail: Kock@rundstedt.de

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