Lebenslauf schreiben: Erzählen Sie Ihre Story

von Corinna Sponer-Kessinger

Überzeugen Sie mit Ihrem Lebenslauf Personalexperten von Ihrer Kompetenz. Entscheidend sind dabei nicht nur die richtigen Fakten. Es kommt auch darauf an, dass Sie diese Fakten richtig präsentieren. 

Sammeln Sie zunächst möglichst viele Informationen und halten Sie diese auch schriftlich fest. Auch können Kreativtechniken wie Mindmaps und Brainwriting genutzt werden, wobei Gedanken zunächst ohne Zensur niedergeschrieben werden. In einem zweiten Schritt können Sie die gesammelten Daten auswerten und gewichten.

Die Story Ihres beruflichen Lebens

„Das Anschreiben steht, das Foto ist gemacht, die Zeugnisse sind komplett. Jetzt nur noch schnell den Lebenslauf zusammentippen.“ Hoffentlich bringen Sie Ihrem Lebenslauf mehr Interesse entgegen, sonst wird er seine Leser ebenfalls nicht interessieren.

Doch genau das sollte er. Und er kann es auch. Sehen Sie ihn dazu nicht als schlichte Faktenliste. Sondern als die Story Ihres beruflichen Lebens, die schlüssig zu einem Highlight führt: Ihrem neuen Job.

Immer an die Leser denken

Weshalb eine Story? Geht es bei einem Lebenslauf nicht um „Fakten, Fakten, Fakten“, gemäß dem bekannten Claim eines Nachrichtenmagazins? Stimmt, doch dieser Claim geht mit einem wichtigen Zusatz weiter: „Und immer an die Leser denken“.

Und die Leser Ihres Lebenslaufs – Menschen, die über Ihre Einstellung entscheiden – möchten sich in kurzer Zeit ein Bild davon machen, ob Sie die richtige Frau bzw. der richtige Mann für einen bestimmten Job sind.

Der erste Eindruck entscheidet

Diese Entscheidung können Ihre Ansprechpartner leichter treffen, wenn Sie Ihnen die Fakten dramaturgisch gestaltet anbieten – also selektiert, sortiert, gewichtet und in einen runden Zusammenhang gebracht. Und das ist nichts anderes als das Grundprinzip des „Story Tellings.“

So überzeugen Sie Personalverantwortliche: Selektieren, sortieren und gewichten Sie die Fakten in Ihrem Lebenslauf. Erzählen Sie eine runde Geschichte über Ihr Berufsleben. 

Wie bei einem Bewerbungsgespräch entscheidet dabei der erste Eindruck. Dazu bietet sich eine Seite vor Ihrem eigentlichen Lebenslauf an, mit welcher Sie sich attraktiv positionieren.

Stellen Sie sich kurz vor

Was gehört auf diese Seite? Ich empfehle Ihnen, mit einem Foto für emotionale Nähe zu sorgen – damit können Sie bei Personalexperten punkten, wie die Erfahrung zeigt. Nennen Sie hier auch Ihre persönlichen Daten. Sind Sie kein „young talent“ mehr, können Sie Ihr Geburtsjahr je nach Gesamtlänge Ihres Lebenslaufs auf der zweiten bzw. dritten und letzten Seite nennen; so rückt Ihre Kompetenz in den Vordergrund und nicht Ihr Alter.

Stellen Sie sich auf der ersten Seite auch mit einem Kurzprofil vor. Bringen Sie in wenigen Sätzen Ihre Motivation, sich zu bewerben, und Ihre Kompetenzen so auf den Punkt, dass es beim Leser „klick!“ macht. Je nach Stelle und Ihrem Charakter kann dies eine lockere Passage sein, ein souverän-sachlicher Text oder eine Auflistung anhand von Bullets. Der Leser gewinnt damit eine klare Perspektive und wird neugierig auf die zweite Seite.

Folgen Sie dem Relevanzprinzip

Auf der zweiten Seite – und je nach Umfang der Berufserfahrung möglicherweise auf einer dritten Seite – belegen Sie mit Ihrem beruflichen Werdegang, was Sie in Ihrem Kurzprofil behaupten. Folgen Sie dabei dem Relevanzprinzip: Fokussieren Sie nur auf die Dinge, die Ihnen aus Sicht des Lesers als wichtig erscheinen. Und bringen Sie alles in eine klare logische Struktur.

Am besten starten Sie mit Ihrer aktuellen bzw. letzten Stelle. Denn diese zeigt, ob Sie den nächsten Schritt erfolgreich gehen können. Bringen Sie dann chronologisch absteigend Ihre anderen Positionen ins Spiel.

Machen Sie Ihren Lebenslauf aussagekräftig

Sagen Sie bei Jobs, die mit Blick auf die anvisierte neue Stelle besonders wichtig sind, zum einen etwas zu der Branche, dem Arbeitgeber, Ihrer Funktion und Ihren Kernaufgaben. Und weisen Sie mit Understatement auch auf Ihre besonderen Leistungen und Erfolge hin.

Damit machen Sie Ihren Lebenslauf aussagekräftig. Zudem sind Ihre Leistungen und Erfolge gute Aufhänger, um ein eventuelles Vorstellungsgespräch zu steuern und Ihre Story detaillierter auszuführen.

Und lassen Sie, wo es um Ihre Kernaufgaben geht, Schlüsselbegriffe fallen, die der Wortwahl eines betreffenden Stellenangebots bzw. der Karriere-Website Ihres Wunscharbeitgebers entsprechen. So signalisieren Sie, dass Sie zu dessen Kultur passen. Eine gemeinsame Sprache verbindet.

Menscheln Sie sich zum Happy End

Nennen Sie nach Ihrem beruflichen Werdegang die Stationen Ihrer Ausbildung. Und runden Sie alles mit Angaben zu Ihren außerberuflichen Aktivitäten und Interessen ab. Zeigen Sie also neben Ihrer beruflichen Seite auch Ihre menschlich-private. Denn nichts interessiert den Menschen so sehr wie der Mensch.

Das alles kostet Zeit, doch die sollten Sie investieren. Denn Ihr Lebenslauf steht in einem intensiven Wettbewerb um Aufmerksamkeit. Und den können Sie mit einer guten Story gewinnen, die Sie individuell auf einen gewünschten Job zuschneiden. Dabei wünsche ich Ihnen ein Happy End!

[Bildnachweis: © Photo by Glenn Carstens-Peters on Unsplash, iStock.com/H-Gall]

Über die Autorin
 

Corinna Sponer-Kessinger

Corinna Sponer-Kessinger ist als Managing Consultant Operations bei von Rundstedt in Frankfurt tätig. Die Karriereberaterin startete ihre Karriere in der Fünf-Sterne-Konzernhotellerie, wo sie unter anderem als Human Resources Manager Erfahrungen in der Personalauswahl auf Arbeitgeberseite sammelte.

E-Mail: Sponer-Kessinger@rundstedt.de

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