WAS IST EINE TRANSFERGESELLSCHAFT?

Die Gründe für die Entlassung einer großen Zahl von Mitarbeitern sind vielfältig. Der Stellenabbau kann aufgrund von Umstrukturierungen, Übernahmen und Fusionen, Bereichs- oder Betriebsschließungen, der Verlegung eines Produktionsstandortes oder aufgrund einer drohenden Insolvenz erfolgen. Oft stehen Manager vor der Aufgabe, Personal zu einem bestimmten Stichtag abzubauen, zum Beispiel aufgrund einer Bereichs- oder Betriebsschließung. In diesem Fall eröffnet die von der Bundesagentur für Arbeit geförderte Transfergesellschaft den notwendigen Spielraum: Die Arbeitnehmer wechseln zum entsprechenden Zeitpunkt in ein befristetes Arbeitsverhältnis bei einer Transfergesellschaft.

In diesem Artikel

  • Was ist eine Transfergesellschaft?
  • Vorteile einer Transfergesellschaft für Arbeitgeber
  • Vorteile einer Transfergesellschaft für Mitarbeiter

Transfergesellschaft: Mehr Spielraum für Ihre Restrukturierung

Wird die Transfergesellschaft eingerichtet, wechseln die betroffenen Mitarbeiter aus dem Unternehmen in eine betriebsorganisatorisch eigenständige Einheit, zum Beispiel die Rundstedt Transfer GmbH. Die Transfergesellschaft wird damit der neue Arbeitgeber für die ausscheidenden Mitarbeiter. Im Rahmen des neuen Arbeitsverhältnisses erfolgen Maßnahmen, die das Ziel haben, den Arbeitnehmer vor der Arbeitslosigkeit zu bewahren und in ein neues Beschäftigungsverhältnis zu bringen.

Der Wechsel eines Mitarbeiters in die Transfergesellschaft erfolgt freiwillig. Es wird ein Vertrag zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer sowie Transfergesellschaft abgeschlossen, um das bisherige Arbeitsverhältnis vorzeitig zu beenden und den Eintritt des Mitarbeiters in die Transfergesellschaft zu bewirken: der sogenannte „Dreiseitige Vertrag“.

Transfergesellschaften gehen auf eine Initiative des Bundes zurück. Im §111 zum „Transferkurzarbeitergeld“ im Sozialgesetzbuch (SGB III) wurde am 31.03.2012 indirekt der Zweck von Transfergesellschaften definiert. Aus diesem Grund werden Transfergesellschaften auch durch staatliche Mittel aus dem Transferkurzarbeitergeldetat gefördert. Die Durchführung der Transferleistung erfolgt in enger Zusammenarbeit von Agentur für Arbeit, Arbeitnehmer, Unternehmen und dem Träger der Transfergesellschaft.

Die Laufzeit der Transfergesellschaft entspricht mindestens der Kündigungsfrist plus einem Monat. Die maximale Dauer der befristeten Beschäftigung in einer Transfergesellschaft ist auf maximal zwölf Monate begrenzt.

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Vorteile der Transfergesellschaft für Arbeitgeber

Die Transfergesellschaft bietet eine ganze Reihe von Vorteilen für Unternehmen, die sich kurzfristig von einer größeren Anzahl von Mitarbeitern trennen müssen.

Stichtag-genaue Planbarkeit

Durch die sofortige Aufhebung der Arbeitsverträge und den Wechsel in die Transfergesellschaft wird es Projektverantwortlichen möglich, das Ausscheiden der Mitarbeiter zu einem bestimmten Stichtag zu planen. Zusätzlich besteht die Option auf gestaffelte Übergänge. Das heißt: Bestimmte Mitarbeiter oder Abteilungen können je nach Bedarf systematisch freigesetzt werden. Dadurch gewinnen Sie Handlungsspielraum und Planungssicherheit.

Reduzierung der Kosten durch staatliche Förderung

Die Personalkosten in der Transfergesellschaft werden durch das Transferkurzarbeitergeld staatlich gefördert. Die Fördersumme beläuft sich auf 60 bis 67 Prozent des letzten Nettogehaltes und wird in der Regel durch das Unternehmen auf 70 bis 80 Prozent aufgestockt.

Reduzierung des Verwaltungsaufwandes

Verwaltungs- und Betreuungsaufwand fallen für das Unternehmen weg, da die Arbeitgeberpflichten auf die Transfergesellschaft übertragen werden.

Die Trennung erfolgt professionell und strukturiert

Dank Transfergesellschaft erfolgt der Trennungsprozess strukturiert und reibungslos. Unternehmen werden von den Beratern der Transfergesellschaft beim Dialog mit der Agentur für Arbeit und bei der richtigen Antragstellung begleitet. Darüber hinaus werden Unternehmen durch den Träger der Transfergesellschaft auch in Fragen der Mitarbeiterauswahl, der Kommunikation und Projektarchitektur beraten.

Sozialverträglicher Stellenabbau

Durch Beratung und Qualifizierung in der Transfergesellschaft wird den betroffenen Mitarbeitern rasch eine neue berufliche Perspektive eröffnet, was sich positiv auf den gesamten Trennungsprozess auswirkt. Im Rahmen der Transfergesellschaft haben die ehemaligen Mitarbeiter die Möglichkeit, mehrere Betriebspraktika zu absolvieren. Sie dauern in der Regel ein bis zwei Wochen und dienen dem gegenseitigen Kennenlernen. Ziel ist die Anstellung im Praktikumsbetrieb. Dabei können die Mitarbeiter jederzeit in die Transfergesellschaft zurückkehren.

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Vorteile einer Transfergesellschaft für Mitarbeiter

Mitarbeiter profitieren bei einer Transfergesellschaft von optimalen Bedingungen für ihre Jobsuche.

Persönliche Sicherheit und finanzielle Absicherung für die Übergangszeit

Die Mitarbeiter profitieren von einer verlängerten Kündigungsfrist: Die Laufzeit der Transfergesellschaft entspricht mindestens der Kündigungsfrist plus einem weiteren Monat. Die Mitarbeiter erhalten während ihres befristeten Angestelltenverhältnisses innerhalb der Transfergesellschaft ein festes Gehalt für die gesamte Laufzeit. Dieses beläuft sich auf 70 - 80 % des letzten Nettoeinkommens. In dieser Zeit läuft auch die Einzahlung in die Rentenversicherung weiter.

Zudem bleiben ihre Ansprüche auf ALG I erhalten und werden lediglich auf die Zeit nach der Tätigkeit in der Transfergesellschaft verschoben. Das verschafft auch nach den maximal zwölf Monaten in der Transfergesellschaft einen Sicherheitspuffer.

Während der gesamten Laufzeit der Transfergesellschaft bewerben sich die betroffenen Mitarbeiter aus einem bestehenden Arbeitsverhältnis heraus – ein Vorteil in der beruflichen Neuorientierung.

Orientierung und Mobilisierung

Die von einem Stellenabbau betroffenen Mitarbeiter erhalten in einer Transfergesellschaft eine professionelle Beratung zur beruflichen Neuorientierung und wechseln im Idealfall nahtlos in ein neues Arbeitsverhältnis.

In vielen Fällen ist die Situation des Arbeitsplatzwechsels auch eine Chance. Gemeinsam mit dem Berater können die Mitarbeiter klären: Welche Zukunft hat der Beruf, in dem ich gerade tätig bin? Entspricht mein Beruf wirklich meinen Interessen?

Zum Beratungsumfang der Transfergesellschaft zählen üblicherweise auch die Ausarbeitung und Überprüfung der Bewerbungsstrategie, Unterstützung bei der Erstellung von professionellen Bewerbungsunterlagen, Training von Bewerbungsgesprächen sowie Vermittlungsvorschläge von passenden regionalen und überregionalen Stellenangeboten.

Qualifizierung und Vermittlung

Für Mitarbeiter, die sich entsprechend ihrer Interessen oder der Nachfrage am Arbeitsmarkt umorientieren oder weiterbilden möchten, organisieren Transfergesellschaften zielgerichtete Qualifizierungsmaßnahmen. Dadurch lassen sich die Vermittlungschancen vieler Arbeitnehmer deutlich verbessern.

Im Idealfall leisten Transfergesellschaften direkten Beitrag bei der Vermittlung von Arbeitsstellen. Gute Transfer-Anbieter kennen daher die regionalen Arbeitsmärkte und können Kontakte zu den Unternehmen vor Ort herstellen.

Fazit

Mit Transferleistungen haben Sie mehr Spielraum für Ihre Restrukturierung und gestalten den Trennungsprozess sozialverträglich. Müssen Sie zu einem bestimmten Stichtag Personal abbauen? Dann stellt die Transfergesellschaft eine für alle Seiten gewinnbringende Lösungsstrategie dar. Oft erfolgt die Transfergesellschaft auch in Kombination mit einer vorgeschalteten Transferagentur, bei der die betroffenen Arbeitnehmer zunächst Mitarbeiter des Unternehmens bleiben.

Die Rundstedt Transfer GmbH ist gemäß AZAV als Träger von Transfermaßnahmen zertifiziert und somit berechtigt, durch die Agentur für Arbeit geförderte Maßnahmen durchzuführen. Gerne helfen wir Ihnen bei der sozialverträglichen Gestaltung des Trennungsprozesses und ermöglichen Ihren ausscheidenden Mitarbeitern den Weg zu einer neuen beruflichen Perspektive.
> Sprechen Sie uns an und vereinbaren Sie einen Gesprächstermin.

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