Lebenslauf schreiben: Erzählen Sie Ihre Geschichte

Überzeugen Sie mit Ihrem Lebenslauf Personalexperten von Ihrer Kompetenz. Entscheidend sind dabei nicht nur die richtigen Fakten. Es kommt auch darauf an, dass Sie diese Fakten richtig präsentieren. 

Der Lebenslauf wird neben dem Anschreiben von Personalern oft zuerst gelesen – kann er nicht überzeugen, hat die gesamte Bewerbung meist keine Chance. Daher sollten Sie dem Lebenslauf mindestens genauso viel Aufmerksamkeit widmen wie Ihrem Anschreiben.

In diesem Artikel

  • Einen guten ersten Eindruck im Lebenslauf schaffen 
  • Tipps für Ihren Lebenslauf
  • Beispiele und Vorlagen für gute Lebensläufe

„Das Anschreiben steht, das Foto ist gemacht, die Zeugnisse sind komplett. Jetzt nur noch schnell den Lebenslauf zusammentippen.“ Hoffentlich bringen Sie Ihrem Lebenslauf mehr Interesse entgegen, sonst wird er seine Leser ebenfalls nicht interessieren.

Doch genau das sollte er. Und er kann es auch. Sehen Sie ihn dazu nicht als schlichte Faktenliste. Sondern als die Geschichte Ihres beruflichen Lebens, die schlüssig zu einem Highlight führt: Ihrem neuen Job.

So schreiben Sie Ihren Lebenslauf richtig

Sammeln Sie zunächst möglichst viele Informationen und halten Sie diese auch schriftlich fest. Auch können Kreativtechniken wie Mindmaps und Brainwriting genutzt werden, wobei Gedanken zunächst ohne Zensur niedergeschrieben werden. In einem zweiten Schritt können Sie die gesammelten Daten auswerten und gewichten.

Immer an die Leser denken

Gewissermaßen sollte Ihr Lebenslauf eine stichpunktartige Story darstellen.

Weshalb eine Story? Geht es bei einem Lebenslauf nicht um „Fakten, Fakten, Fakten“, gemäß dem bekannten Claim eines Nachrichtenmagazins? Stimmt, doch dieser Claim geht mit einem wichtigen Zusatz weiter: „Und immer an die Leser denken“.

Und die Leser Ihres Lebenslaufs – Menschen, die über Ihre Einstellung entscheiden – möchten sich in kurzer Zeit ein Bild davon machen, ob Sie die richtige Frau bzw. der richtige Mann für einen bestimmten Job sind. Und das geht am besten, indem sie einen raschen Überblick über Ihren Werdegang – Ihre Story – erhalten.

Arten von Lebensläufen

Zunächst sollten Sie sich im Klaren sein, welche Art von Lebenslauf Sie verfassen möchten. Es gibt grundsätzlich verschiedene Herangehensweisen:

Klassischer Lebenslauf

Früher wurden Lebensläufe mitunter als Text verfasst und per Hand geschrieben. Handschriftliche Bewerbungen kommen heutzutage üblicherweise nicht mehr vor – auch keine Lebensläufe in Volltext-Form. Personaler haben für lange Texte einfach keine Zeit.

Kompetenzbasierter Lebenslauf

Die heute am häufigsten genutzte Form ist der kompetenzbasierte Lebenslauf – auch tabellarisch genannt. Hierbei kann man entweder chronologisch vorgehen und alle Stationen im Werdegang streng nach ihrer Reihenfolge auflisten – oder man unterteilt sie funktional, beispielsweise in Ausbildung und Berufserfahrung (welche auch parallel laufen können). Der Vorteil ist, dass alle Informationen übersichtlich aufbereitet sind und vom Personaler schnell erfasst werden können. 

Beachten Sie: Der tabellarische Lebenslauf ist zwar in einer tabellenartigen Struktur angelegt, enthält jedoch keine Tabellenlinien. Das ist wichtig, da manche Personalabteilungen größerer Unternehmen bereits mit CV-Parser arbeiten. Diese erfassen maschinell die Informationen aus dem Lebenslauf und können Tabellen schwieriger erfassen. 

Online erstellter Lebenslauf

Plattformen wie Xing bieten inzwischen auch die Online-Erstellung eines Lebenslaufs an. Das geht schnell und mit relativ wenig Aufwand. Wir raten dazu die Social Business Profile immer gut zu pflegen und aktuell zu halten. Dennoch ist davon eher abzuraten, da derart generische Lebensläufe voraussichtlich nur wenig Aufmerksamkeit erzeugen werden. 

Wichtige Bausteine

Folgende Punkte gehören in jeden Lebenslauf. Achten Sie immer darauf, dass alle Angaben richtig geschrieben sind und der Lebenslauf durchweg schlüssig ist. 

  • Professionelles Bewerbungsfoto
  • Name, Adresse und Kontaktdaten
  • Berufserfahrung
  • Ausbildung/Studium
  • Weiterbildungen
  • Auslandserfahrungen & Fremdsprachenkenntnisse
  • Sonstige Kenntnisse & soziales Engagement

Der erste Eindruck im Lebenslauf entscheidet

Diese Entscheidung können Ihre Ansprechpartner leichter treffen, wenn Sie Ihnen die Fakten dramaturgisch gestaltet anbieten – also selektiert, sortiert, gewichtet und in einen runden Zusammenhang gebracht. Und das ist nichts anderes als das Grundprinzip des „Storytellings.“

So überzeugen Sie Personalverantwortliche: Selektieren, sortieren und gewichten Sie die Fakten in Ihrem Lebenslauf. Erzählen Sie eine runde Geschichte über Ihr Berufsleben. 

Wie bei einem Bewerbungsgespräch entscheidet dabei der erste Eindruck. Dazu bietet sich eine Seite vor Ihrem eigentlichen Lebenslauf an, mit welcher Sie sich attraktiv positionieren.

Stellen Sie sich kurz vor

Was gehört auf diese Seite? Ich empfehle Ihnen, mit einem Foto für emotionale Nähe zu sorgen – damit können Sie bei Personalexperten punkten, wie die Erfahrung zeigt. Nennen Sie hier auch Ihre persönlichen Daten. Sind Sie kein „young talent“ mehr, können Sie Ihr Geburtsjahr auf der letzten Seite nennen; so rückt Ihre Kompetenz in den Vordergrund und nicht Ihr Alter.

Stellen Sie sich auf der ersten Seite auch mit einem Kurzprofil vor. Bringen Sie in wenigen Sätzen Ihre Motivation, sich zu bewerben, und Ihre Kompetenzen so auf den Punkt, dass es beim Leser „klick!“ macht. Je nach Stelle und Ihrem Charakter kann dies eine lockere Passage sein, ein souverän-sachlicher Text oder eine Auflistung anhand von Bullets. Der Leser gewinnt damit eine klare Perspektive und wird neugierig auf die zweite Seite.

Auch das Design des Lebenslaufs ist wichtig

Ihr Lebenslauf ist Ihr Aushängeschild. Wie auch die Kleidung, die Sie zum Vorstellungsgespräch tragen, sollte er sowohl zum Unternehmen passen als auch ein wenig Ihre Persönlichkeit reflektieren. Daher macht es Sinn, wenn Sie auch dem Design etwas Aufmerksamkeit widmen.

  • Erste Seite / Deckblatt
    Auf der ersten Seite (das „Deckblatt“ Ihres Lebenslaufs) stellen Sie sich vor – Ihr Name sollte deutlich lesbar hervorgehoben sein, so wie auch Ihr Wunsch-Beruf. Ein professionelles Bewerbungsfoto, das Sie im besten Lichte zeigt, ist mitentscheidend für Ihren Erfolg.
  • Aufbau
    Der Aufbau orientiert sich daran, ob Sie Ihren Werdegang chronologisch oder kompetenzbasiert darstellen. Am besten ist es aber meist, wenn Sie mit der letzten Stelle, also der relevantesten Berufserfahrung, beginnen.
  • Schriftart und Optik
    Für die Optik gilt: der Lebenslauf sollte klar lesbar sein, starke Verzierungen und alles, was von den wichtigsten Daten ablenken könnte, ist zu vermeiden. Die Schriftart und Formatierung sollte so gewählt sein, dass der Text leicht lesbar ist und zugleich alles auf 2-4 Seiten passt. Idealerweise nutzen Sie die Kopfzeile, um Ihren Namen auf allen Seiten zu platzieren.
  • Papier oder PDF?
    Bewerbungen in Papierform sind heutzutage nicht mehr üblich. Drucken Sie daher Ihren Lebenslauf als PDF aus und achten Sie darauf, dass alles korrekt dargestellt wird und es keine unerwünschten Zeilenumbrüche oder Ähnliches gibt.

Folgen Sie dem Relevanzprinzip

Auf der zweiten Seite – und je nach Umfang der Berufserfahrung möglicherweise auf einer dritten Seite – belegen Sie mit Ihrem beruflichen Werdegang, was Sie in Ihrem Kurzprofil behaupten. Folgen Sie dabei dem Relevanzprinzip: Fokussieren Sie nur auf die Dinge, die Ihnen aus Sicht des Lesers als wichtig erscheinen. Und bringen Sie alles in eine klare logische Struktur.

Starten Sie immer mit Ihrer aktuellen bzw. letzten Stelle. Denn diese zeigt, ob Sie den nächsten Schritt erfolgreich gehen können. Bringen Sie dann chronologisch absteigend Ihre anderen Positionen ins Spiel.

Tipps für Ihren Lebenslauf

Heben Sie relevante Berufserfahrungen hervor und erwähnen Sie besondere Leistungen und Erfolge. Damit machen Sie Ihren Lebenslauf aussagekräftiger. Zudem sind Ihre Leistungen und Erfolge gute Aufhänger, um ein eventuelles Vorstellungsgespräch zu steuern und Ihre Story detaillierter auszuführen.

Nutzen Sie Schlüsselbegriffe, die der Wortwahl des Stellenangebots bzw. der Karriere-Website Ihres Wunscharbeitgebers entsprechen. So signalisieren Sie, dass Sie zu dessen Kultur passen. Eine gemeinsame Sprache verbindet.

Machen Sie Ihren Lebenslauf aussagekräftig. Zeigen Sie, warum Sie als Person zu diesem Unternehmen passen. Und vor allem: Passen Sie jeden Lebenslauf an das Ziel-Unternehmen an!

Kenntnisse im Lebenslauf richtig darstellen

Oberstes Gebot ist, dass Sie Ihre Kenntnisse und Fähigkeiten im Lebenslauf korrekt darstellen. Natürlich sollten Sie sich in ein gutes Licht rücken und selbstbewusst sein, aber übertreiben Sie es nicht: Ihre Fähigkeiten könnten im zukünftigen Job hart auf die Probe gestellt werden.

Seien Sie selbstbewusst mit Ihren Kenntnissen. Stellen Sie sich aber darauf ein, dass diese geprüft werden.

Richtig mit Lücken im Lebenslauf umgehen

Definieren Sie nicht jede kurze Unterbrechung als relevante Lücke: Alles, was unter 2 Monaten bleibt, lässt sich als vertretbare Jobfindungs- oder Neuorientierungs-Phase auslassen. Es zählt nur dann als Lücke, wenn Sie in dieser Zeit weder einer Beschäftigung noch einer Aus- oder Weiterbildung, einem Studium oder einem Praktikum nachgegangen sind.

Ab 3 Monaten spricht man von einer Lücke. Wichtig: Bleiben Sie stets bei der Wahrheit. Offene Lügen im Lebenslauf können Sie Ihren Job kosten. Personaler kennen alle Tricks – das Weglassen von Monatsangaben oder ein Erfahrungsprofil mit Angabe von ganzen Jahren kommt nicht gut an.

Was auch der Grund für die Lücke sein mag: Seien Sie ehrlich und versuchen Sie nicht die Lücken durch Weglassen von Monatsangaben zu verstecken. 

Knappe, positive Formulierungen können zum Erfolg führen, Beispiel: „03/2019 – 09/2019: Berufliche Neuorientierung mit dem Ziel einer Positionierung im Bereich Einkaufsleitung“

Was nicht in den Lebenslauf gehört

Einige Dinge gehören nicht in den Lebenslauf, und zwar im Grunde alles, was nichts mit Ihrer Qualifikation als Arbeitnehmer zu tun hat:

  • Weltanschauung / Religion (nur falls für die Stelle relevant)
  • Gehaltswunsch / Finanzielles
  • Beruf der Eltern / Angaben zu Verwandten

Das Interesse des zukünftigen Arbeitgebers gilt Ihrem Fachwissen und Können. Privates können Sie dennoch erwähnen – und zwar im Zusammenhang mit Hobbies und Interessensgebieten.

Menscheln Sie sich zum Happy End

Nennen Sie nach Ihrem beruflichen Werdegang die Stationen Ihrer Ausbildung. Und runden Sie alles mit Angaben zu Ihren außerberuflichen Aktivitäten und Interessen ab. Zeigen Sie also neben Ihrer beruflichen Seite auch Ihre menschlich-private. Denn nichts interessiert den Menschen so sehr wie der Mensch.

Das alles kostet Zeit, doch die sollten Sie investieren. Denn Ihr Lebenslauf steht in einem intensiven Wettbewerb um Aufmerksamkeit. Und den können Sie mit einer guten Story gewinnen, die Sie individuell auf einen gewünschten Job zuschneiden. Dabei wünsche ich Ihnen ein Happy End!

So überzeugen Sie Personalverantwortliche: Selektieren, sortieren und gewichten Sie die Fakten in Ihrem Lebenslauf. Erzählen Sie eine runde Geschichte über Ihr Berufsleben. 

Wir begleiten jährlich 2.000 Menschen bei ihrer beruflichen Neuorientierung. Setzen auch Sie auf  professionelle Untertstützung und finden Sie in Ihr Element.