Die goldenen Regeln der Kommunikation: So antworten Sie Headhuntern

LinkedIn, Xing, Twitter – wir nutzen zahlreiche soziale Netzwerke, um den Kontakt mit Bekannten und Kollegen zu halten und „up to date“ zu bleiben. Auch ermöglichen es uns soziale Netzwerke – sofern wir die verschiedenen Plattformen richtig nutzen – unsere Karriere voranzutreiben. Ein Beispiel: Headhunter und Unternehmen nutzen das Social Web, um geeignete Kandidaten zu identifizieren und anzusprechen. Doch wie reagiere ich, wenn ich im Social Web von einem Headhunter oder Recruiter angesprochen werde? Und was sollte ich in der Kommunikation mit dem vermeintlichen Glücksboten unbedingt vermeiden?

Neben der Ansprache im Social Web kontaktieren Headhunter und Unternehmen potenzielle Kandidaten bevorzugt per Telefonanruf. Wie in der Welt der Social Media, kann die sich bietende Möglichkeit auch hier innerhalb weniger Minuten zunichtegemacht werden. Wie Sie in beiden Situationen gelungen mit Headhuntern und Recruitern kommunizieren, verrät Ihnen Tim Ebert, Research Consultant bei von Rundstedt Executive Search, im Interview.

Kommunikation auf den Social Business Platforms

Herr Ebert, das Rekrutierung im Social Web ist heute gang und gäbe. Doch wie gestaltet sich die Kommunikation über diese Plattformen? Überwiegt der geschäftliche Ton, oder die lockere Umgangsform? Immerhin bewege ich mich ja im Social Web.

Tim Ebert: Das hängt von Kultur und Employer Branding des Unternehmens ab und ist stark branchenabhängig. Innovative Start-ups benutzen das Du, Global Player verfassen ihre Stellenanzeigen oder Ansprachen zum Teil auf Englisch und Personalberater wählen eher den formalen Ton. Beim erfolgreichen Vernetzen mit wichtigen Entscheidungsträgern würde ich immer den geschäftlichen Umgangston bevorzugen, so wie im Berufsalltag auch. Im Verlauf der Kommunikation können Sie den Ton entsprechend Ihres Gegenübers verändern und gegebenenfalls lockern.

Ansprache durch Unternehmen und Headhuntern

Vor allem Xing und LinkedIn sind beliebte Plattformen für das Werben neuer Mitarbeiter. Habe ich ein gepflegtes Profil und entsprechende Referenzen, werde ich von Unternehmen online angesprochen. Wie verhalte ich mich bei einer solchen Ansprache im Idealfall? 

Tim Ebert: Sicherlich hängt die Reaktion vom Interesse an der Vakanz und von der Professionalität der Ansprache ab. Sagt sie einem nicht zu, ist ein eine kurze Rückmeldung mit Dank für das Interesse sicherlich angebracht.

Bei Interesse sollten Sie nach einem konkreten Profil für die Position und – wenn nicht ersichtlich – nach relevanten Eckdaten, wie beispielsweise dem Dienstsitz fragen. Gleichzeitig empfehle ich Ihnen, einen konkreten Termin für ein Telefonat anzubieten, damit schnellstmöglich ein persönliches Gespräch geführt werden kann.

Telefongespräche führen

Neben der schriftlichen Kommunikation ist das Telefongespräch im Recruiting-Prozess sehr beliebt. Welche Verhaltensweisen sind angemessen, wenn mich ein Headhunter anruft? Gibt es hier einen Knigge, an den ich mich in der Kommunikation mit Headhuntern halten sollte?

Tim Ebert: Sind sie alleine und ungestört, können Sie sich die Kurzvorstellung des Profils anhören und gegebenenfalls ein bis zwei kurze Fragen stellen? Trifft dies nicht zu, ist es empfehlenswert, das Gespräch zu vertagen. Vor allem wenn Sie den Eindruck haben, dass das Angebot für Sie interessant sein kann, sollten Sie um ein ausführlicheres Telefonat außerhalb der Arbeitszeiten und die Zusendung des Profils bitten.

In einem ersten Telefonat ist es nicht notwendig, alle Details zu klären, sondern den Rahmen abzustecken. Oft folgt vor dem persönlichen Gespräch mit dem Berater noch ein kurzes Telefoninterview, in dem offene Fragen, die im Vorfeld relevant sind, geklärt werden können.

Gibt es Rückfragen, die ich generell immer stellen kann oder gar sollte?

Tim Ebert: Ich würde wichtige Fragen zum Dienstsitz und Gehaltsrahmen zu Beginn des Gesprächs stellen, vor allem wenn ich nicht uneingeschränkt mobil bin, oder die Erfahrung gemacht habe, dass mein aktuelles Gehalt über dem Branchendurchschnitt liegt. Fragen zum Aufgaben- und Verantwortungsbereich der Position sowie zur Gesellschafts- und Inhaberstruktur sind auch gut. Natürlich können Sie auch nachfragen, wie sich der weitere Prozess gestaltet.

Wie sollte ich mich in einem solchen Telefonat mit dem Headhunter vor allem nicht verhalten? Gibt es Fettnäpfchen, die ich umgehen kann? 

Tim Ebert: Selbstüberschätzung und Überheblichkeit sind schon am Tonfall und innerhalb weniger Sekunden eines Gesprächs festzumachen. Sie wissen im ersten Moment nicht, was genau Ihnen angeboten wird, also verschließen Sie sich nicht. Bleiben Sie immer bei der Wahrheit, plaudern Sie aber bitte auch nicht aus dem Nähkästchen. Eine gute Mischung aus Höflichkeit und Aufgeschlossenheit lassen ein Gespräch immer angenehm verlaufen, unabhängig davon, ob ich mit einem Headhunter telefoniere, oder nicht. Und zu guter Letzt der Standardtipp, der nach wie vor aktuell ist: Fragen Sie nicht, warum man gerade Sie anruft.

Und zu guter Letzt der Standardtipp, der nach wie vor aktuell ist: Fragen Sie nicht, warum man gerade Sie anruft.

Über den Interviewpartner
 

Portrait von Tim Ebert

Tim Ebert

Tim Ebert ist Research Consultant im Executive Search bei von Rundstedt. Der Research Spezialist identifiziert und kontaktiert potenzielle Kandidaten. Durch zahlreiche Ansprachen und Telefonate hat er ein gutes Gespür für geeignete Kandidaten und kennt die Do‘s & Don’ts der Kommunikation mit Headhuntern.

Telefon: +492118396344 E-Mail: ebert@rundstedt-search.de