Die Transfergesellschaft – Erfahrungen eines Experten

Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, was der Wechsel in eine Transfergesellschaft für eine Karriere bedeuten könnte? Wer nach einer Kündigung in eine Transfergesellschaft wechseln kann, ist oft verunsichert; dazu tragen auch pauschale Vorurteile bei. Doch gute Transfergesellschaften bieten echte Chancen. Unterhalten habe ich mich darüber mit Christian Heppe.

 

Der Wechsel in die Transfergesellschaft

Unternehmen, die Personal abbauen müssen, bieten den betroffenen Mitarbeitenden oft auch den Wechsel in eine Transfergesellschaft an. Was bedeutet das für die Mitarbeitenden?

Christian Heppe: Die meisten sind erst mal durch den Wind. Sie haben sich auf einen sicheren Arbeitsplatz verlassen. Doch dann werden Unternehmensbereiche verlagert oder geschlossen. Und sie werden meist mit kurzem Entscheidungszeitraum vor die Wahl gestellt, vielleicht fern der Heimat einen neuen Job im Unternehmen anzutreten, ohne neue Perspektive gekündigt zu werden oder eben in eine Transfergesellschaft einzutreten. Das ist nicht einfach.

 

Eine Transfergesellschaft ist doch eigentlich eine gute Lösung für die Mitarbeitenden.

Christian Heppe: Das Wort „Transfergesellschaft“ löst jedoch oft keine Begeisterung aus. Denn es haben sich negative Erfahrungen mit Anbietern herumgesprochen, die Mitarbeitenden schlicht parken, sie in unpassende Qualifizierungsmaßnahmen stecken und nicht aktiv werden, um sie in ein neues, attraktives Beschäftigungsverhältnis zu bringen.

 

Was empfiehlst Du den betroffenen Mitarbeiternden?

Christian Heppe: Ich rate den Mitarbeitenden, durchzuatmen und die Lage, bei allem Stress, sachlich zu bewerten. Kommt für mich vielleicht doch ein Umzug in Frage? Finde ich eventuell leicht selbst einen neuen Arbeitsplatz? Oder ist das Angebot des Transferanbieters für mich eigentlich genau das Richtige?

Erfahrungen mit Rundstedt Transfer

Seit 2005 führen wir Transfergesellschaften durch und haben entsprechend viele Mitarbeitende bei ihrer beruflichen Neuorientierung begleitet. Einige von Ihnen haben uns erzählt, wie sie die Zeit in der Transfergesellschaft erlebt haben. 

Soll ich das Angebot annehmen?

Wie können Mitarbeitende ein solches Angebot prüfen?

Christian Heppe:

  • Erstens sollten sie den sogenannten dreiseitigen Vertrag unter die Lupe nehmen. Es geht hier um einen Vertrag zwischen bisherigem Arbeitgeber, Mitarbeiter und Transfergesellschaft. Er regelt das Gehalt, den Urlaubsanspruch, die Laufzeit der Transfergesellschaft und andere formale Dinge. Wichtig ist vor allem, dass die Mitarbeiter genau klären, was die Gesellschaft unternimmt, um Sie in die neue passende Position zu vermitteln oder in die Selbständigkeit zu begleiten.
  • Zweitens raten wir den Mitarbeitenden, sich über den Transferanbieter zu informieren, etwa im Internet. Um Transparenz zu schaffen, stellen wir uns den Mitarbeitenden ausführlich vor und erläutern ihnen, wie unsere Transfergesellschaft aussieht, wie wir arbeiten und was die Mitarbeitenden erwarten dürfen. Sie brauchen das Vertrauen, dass Sie Berater haben, die Sie so individuell unterstützen, wie Sie es benötigen.

Oft hilft auch ein genaues Verständnis: In unseren FAQs haben wir die wichtigsten Fragen zur Transfergesellschaft beantwortet. FAQs lesen

Transferanbieter prüfen

 

Was zeichnet eine gute Transfergesellschaft generell aus?

Christian Heppe: Sie will für jeden Mitarbeitenden zügig neue berufliche Perspektiven und Chance finden. Dies schafft Vertrauen in die eigenen Stärken und Zukunft. Dazu kann die Beratung belastbare Kontakte zu den maßgeblichen regionalen Arbeitgebern nutzen und die Mitarbeitenden über Bewerbungsplattformen und Social-Media-Netzwerke wie Xing oder LinkedIn ins Spiel bringen. Vor allem begleitet sie jeden Mitarbeiter individuell.

 

Brauchen nicht alle das gleiche Paket?

Christian Heppe: Nein, denn jeder Mitarbeiter bringt eigene berufliche Erfahrungen und Talente mit – und persönliche Zukunftswünsche. Der eine will einen ähnlichen Job wie bisher, der andere möchte einen Karrieresprung machen oder sich in einem neuen Bereich engagieren. Ein Dritter hat die Selbstständigkeit als Ziel. Und ältere Mitarbeitende suchen auch eine Brücke in den Ruhestand und haben eher Beratungsbedarf in sozial- und steuerrechtlichen Fragestellungen.

 

Die Beratung in der Transfergesellschaft

 

Wie sieht das Ganze bei von Rundstedt in der Praxis aus?

Christian Heppe: Am Anfang steht ein gründliches Profiling. Hier geht es um drei Fragen: Was kann der Mitarbeiter? Was will er? Und wie sieht der Markt aus? Im Schnittfeld der jeweiligen Antworten definieren wir mit dem Mitarbeitenden seine Ziele und identifizieren z.B. Qualifikationslücken oder den Handlungsbedarf in Richtung Selbstständigkeit oder Rente.

Danach begleiten wir jeden Mitarbeitenden persönlich und wählen für ihn bei Bedarf die passenden Qualifizierungsangebote aus. Wir arbeiten gezielt auch in Gruppen, um z.B. Sicherheit beim Führen von Vorstellungsgesprächen zu gewinnen und von Erfahrungen und Erfolgen der anderen zu profitieren. Natürlich helfen wir den Mitarbeitenden ganz konkret, sich zu bewerben oder die Selbstständigkeit bzw. den Wechsel in die Rente vorzubereiten.

 

Und wenn ein Unternehmen nach einer Bewerbung Interesse zeigt?

Christian Heppe: Dann können Mitarbeitende ein Praktikum absolvieren oder gleich eine neue Stelle antreten. Dabei haben sie das Recht, während der gesamten Laufzeit der Transfergesellschaft ohne Nachteile wieder zurückzukehren.

 

Was geben Sie den Mitarbeitenden generell auf den Weg?

Christian Heppe: Wir sagen jedem: Schau nach vorn und mach etwas aus deinen Chancen! Denn eine Transfergesellschaft bietet die Gelegenheit, in Vollzeit gemeinsam mit Profis eine neue berufliche Position zu finden. Einzelne holen erstmalig einen Berufsabschluss nach und viele Mitarbeiter entdecken dabei Perspektiven, an die sie vormals nicht gedacht haben und trauen sich, diese selbstbewusst zu verfolgen.

Transfergesellschaft mit von Rundstedt

 

Erfahren Sie, wie wir Mitarbeitende bei ihrer beruflichen Neuorientierung in der Transfergesellschaft unterstützen.

 

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Über den Autor

Christian Heppe

Director Region Nord & Head of Business Development

Christian Heppe ist Director Region Nord & Head of Business Development bei von Rundstedt und verantwortet in dieser Funktion die Kundenbetreuung in Norddeutschland. Seit mehr als 8 Jahren unterstützt er Unternehmen in der Planung und Umsetzung ihrer Personalumbau- und -abbauvorhaben. Der Diplom-Kaufmann und Diplom-Volkswirt verfügt über langjährige Erfahrung als Key Account Manager im HR Consulting für mittelständische Unternehmen und internationale Konzerne sowie tiefgreifende Expertise im Talent- und Karrieremanagement.