OUTPLACEMENT: WARUM SICH DIE KOSTEN RECHNEN UND WIE SIE KOSTEN SPAREN

Die frühzeitige Aufnahme einer Outplacement-Beratung kann zu einer hohen Kostenersparnis im Trennungsprozess führen. Denn je eher ausscheidende Mitarbeiter mit der Suche beginnen, desto früher finden sie in der Regel einen neuen Arbeitsplatz. So können bei einem Stellenabbau Restlaufzeiten der Arbeitsverträge verkürzt und langwierige Rechtsstreitigkeiten mit hohen Prozesskosten vermieden werden.

Kostenersparnis Outplacement: Eine Beispielrechnung

Folgende Beispielrechnung verdeutlicht, wie Unternehmen durch Outplacement im Idealfall erhebliche Kosten einsparen können: Ein Industrieunternehmen will sich von seinem 46-jährigen Abteilungsleiter Richard M. trennen. Er ist seit über zehn Jahren im Unternehmen, hat eine 6-monatige Kündigungsfrist und ein Monatsbruttoeinkommen von 6.000 Euro. Einen Monat vor der schriftlichen Kündigung bietet ihm der Personalchef eine unbefristete Outplacement-Beratung an. Richard M. stimmt zu und beginnt die Beratung.

Der Outplacement-Dienstleister erhält für seine Leistungen vom Unternehmen einen prozentualen Anteil des Jahreseinkommens und verpflichtet sich, den Mitarbeiter so lange zu betreuen, bis dieser die Probezeit in einem anderen Unternehmen bestanden hat. Nach dreieinhalb Monaten Beratung unterschreibt Richard M. seinen Arbeitsvertrag in dem neuen Unternehmen und tritt seine neue Arbeitsstelle als Projektleiter an.

Das Industrieunternehmen hat dadurch die Monatsgehälter bis zur Restlaufzeit der Kündigungsfrist, in diesem Fall zweieinhalb Monatsgehälter (= 15.000 Euro), sowie die Personalnebenkosten von noch einmal ca. 20 % (= 3.000 Euro) gespart. Hinzu kommt die Abfindung in Höhe von 30.000 Euro. Diese muss nicht zusätzlich bezahlt werden, wenn der Arbeitgeber am Zustandekommen des neuen Arbeitsverhältnisses durch die Einschaltung einer Outplacement-Beratung mitgewirkt hat. Insgesamt hat die Entscheidung, dem ausscheidenen Mitarbeiter eine Outplacement-Beratung anzubieten, dem Unternehmen also 48.000 Euro gespart.

Versteckte Kostenfalle: Sinkende Produktivität der Mitarbeiter

Eine versteckte Kostenfalle in Phasen der Restrukturierung und des Personalabbaus ist der Produktivitätsausfall.  Diese indirekten Kosten entstehen beispielsweise durch das Verbreiten, Diskutieren und Verarbeiten von Gerüchten und können die Kosten einer einvernehmlichen Trennung bei Weitem überschreiten.

Folgendes Beispiel verdeutlicht die Problematik: Angenommen ein Unternehmen hat 400 Mitarbeiter. Wochenlang kursieren Gerüchte über Umstrukturierungen und Stellenabbau. Wenn sich jeder Mitarbeiter eine Stunde am Tag Sorgen über seine Zukunft macht oder sich mit anderen Mitarbeitern über seine Ängste austauscht, ergeben sich 400 Stunden pro Tag – Zeit, in der die Mitarbeiter unproduktiv sind. Geht man davon aus, dass eine Arbeitsstunde 100 Euro kostet, würden die Kosten für den Produktivitätsausfall 40.000 Euro pro Tag betragen. Ähnlich verhält es sich bei Sitzungszeiten im Management zur Schadensbegrenzung oder für Verhandlungen mit Anwälten bei Rechtsstreitigkeiten.

Ein reibungsloser Trennungsprozess, der weder das Betriebsklima noch die Motivation der Mitarbeiter  beeinträchtigt, liegt also im Interesse von Unternehmen. Der Einsatz von Outplacement ist hier von großem Nutzen.

Weitere Vorteile von Outplacement

  • Ein Unternehmen, das Outplacement in seine Personalpolitik einbezieht, investiert in aller Regel in das Betriebsklima.
    Die Mitarbeiter werden in der schwierigen Kündigungssituation "aufgefangen" und in der Umbruchphase professionell und invididuell unterstützt. Die im Unternehmen verbleibenden Mitarbeiter sehen, dass dem Arbeitgeber seine Mitarbeiter wichtig sind und versucht wird, die Betroffenen fair zu behandeln und sie in der beruflichen Neuorientierung zu unterstützen.
  • Die Motivation der verbleibenden Mitarbeiter bleibt erhalten.
    Die ehemaligen Kollegen beobachten die Abwicklung des Trennungsprozesses, das Verhalten der Unternehmensleitung und bewerten diese Handlungen. Gestaltet sich der Trennungsprozess durch Outplacement besonders fair und wertschätzend, bleibt die Motivation der im Unternehmen verbleibenden Arbeitnehmer erhalten und kann sogar zu einer stärkeren Bindung führen.
  • Das Image in der Öffentlichkeit wird gesichert.
    Erhalten die Betroffenen eine Hilfestellung, die eine berufliche Alternative eröffnet, sind negative Meinungsäußerungen und rufschädigende Medienberichte eher selten. 

Unser Tipp: Welche weiteren Vorteile die Outplacement-Beratung sowohl für Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer bietet, haben wir in einem Fachartikel für Sie zusammengestellt.
> Zum Fachartikel "Was ist Outplacement"

Fazit

Mit einem professionellen Trennungsmanagement zeigen Unternehmen dem verbleibenden Personal und potenziellen zukünftigen Mitarbeitern, dass sie Verantwortung übernehmen und es ihnen wichtig ist, auch ausscheidenden Mitarbeitern eine Perspektive zu eröffnen. Dies trägt in der Folge zur Bindung der verbleibenden Mitarbeiter bei und stärkt nicht zuletzt die Arbeitgebermarke. Zudem können durch die Outplacement-Beratung Kosteneinsparungen im fünfstelligen Bereich pro Mitarbeiter realisiert werden. Unternehmen haben diesen Vorteil bereits für sich erkannt und nehmen Outplacement immer häufiger als festen Bestandteil in Trennungspakete auf.

Unser Tipp: Planen Sie, Ihren ausscheidenden Mitarbeitern eine Outplacement-Beratung anzubieten? Lernen Sie, welche fünf Kardinalfehler Sie unbedingt vermeiden sollten. 
> Zum Leitfaden "Dos and Don'ts im Outplacement"

Sowohl Unternehmen als auch Mitarbeiter sollten im Outplacement die Chance zur beruflichen Weiterentwicklung sehen. Denn ein von allen Seiten unterstütztes, erfolgreiches Outplacement kann für betroffene Mitarbeiter sogar mit einem Wechsel in eine möglicherweise bessere und zufriedenstellendere Position verbunden sein.

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